Metaprogramme in der Personalauswahl

Einfach die richtigen Mitarbeiter finden

Seit fast 15 Jahren nutze ich Metaprogramme in der Personalauswahl, um erfolgreich die richtigen Mitarbeiter einzustellen. Wörtlich übersetzt sind Metaprogramme „übergeordnete Programme“. Sie sind unsere Filter, mit denen wir die Umwelt wahrnehmen und beurteilen. Wie eine Brille, die wir tragen. Je nach Art der Brille nehmen wir die Welt unterschiedlich wahr.

Metaprogramme sind ein Bestandteil im Modell des Neurolinguistischen Programmierens. Ich setze keine NLP-Kenntnisse voraus und erkläre alles anhand von Alltagssituationen und berufstypischen Situationen eines Personalers. Mir ist auch bewusst, dass einige an dieser Stelle, wenn es um NLP geht, nicht weiter lesen. Das ist ok und pick Dir doch einfach das für Dich Passende heraus, teste es und finde heraus, wie es für Dich funktioniert. Aus Deinen Erfahrungen damit kannst Du die nächsten Schritte und Optionen ableiten.

Metaprogramme sind unbewusste Filter

Unser Gehirn kann nur eine begrenzte Menge von Informationen bewusst verarbeiten. Der größte Teil der verfügbaren Informationen wird „gelöscht“. Das kannst Du bestimmt nachvollziehen. Wenn Du morgens in Deinem Büro sitzt, dann hörst Du wahrscheinlich nicht das Gluckern der Heizung oder das Surren des Druckers oder PCs. Hättest Du eine analoge Uhr in Deinem Büro, nähmest Du mit großer Wahrscheinlichkeit auch das Ticken der Uhr nicht wahr. Und es fiele Dir erst jetzt auf, wenn ich es erwähne. Und so tilgt unser Gehirn viele weitere Informationen.

Diese Filter sind unsere Metaprogramme. Sie steuern also automatisch, in welcher Form wir Informationen erhalten und strukturieren. Sie sind unbewusste Filter, die unsere Wahrnehmung und damit Denken und Handeln beeinflussen. Und sie sind der Grund dafür, warum wir Menschen alle anders ticken.

Wir erleben unsere Metaprogramme nicht bewusst. Systematisch und gewohnheitsmäßig werden sie abgespult. Ganz automatisch. Sie haben keinen Inhalt, sondern sind ein Strukturgeber. Unbewusst. Fragen wir beispielsweise eine Person, wie sie zu ihrer Entscheidung gekommen ist, lautet die Antwort oft „keine Ahnung, das mache ich intuitiv“.

Wie werden Metaprogramme sichtbar?

Die Metaprogramme werden in Verhaltensweisen und Sprachstrukturen sichtbar. Stellen wir Metaprogramm-Fragen, kommt es nicht so sehr darauf an, was der Gesprächspartner antwortet, sondern wie er antwortet. Wir schauen nicht auf den Inhalt, sondern auf die Struktur von Sprache. Auch nonverbale Hinweise wie Betonung und Sprechweise liefern zusätzliche Informationen.

Das wohl bekannteste Beispiel für Metaprogramme ist die Frage nach dem Glas Wasser: halb leer oder halb voll? Es gibt nicht nur eine richtige Antwort, sondern die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters. Sein Filter gibt die Antwort vor.

Ein weiteres Beispiel von Heiko, der mir neulich begeistert erzählte, dass er als Lehrer verbeamtet wird: „Die letzte Stelle war nicht das Wahre. Es kann nur besser werden und in meinem Alter ist es jetzt wichtig, dass ich nicht mehr auf die Straße gesetzt werden kann.“ – In dieser Aussage findest Du einige Dinge, die Heiko nicht möchte: es war nicht das Wahre, nicht mehr auf die Straße gesetzt werden. Ihm geht es darum, Dinge zu vermeiden oder zu umgehen. Eine Weg-von-Orientierung.

„Die neue Stelle ist echt der Hammer, da werde ich sogar noch verbeamtet. Das war schon immer mein Ziel und auch in Krisenzeiten ist es ein sicherer Job.“ Auch das hätte Heiko sagen können (hat er aber nicht). Dann wüssten wir, dass er sich an Zielen orientiert und sich auf etwas zu bewegt. Eine Hinzu-Orientierung.

Du siehst, welchen Unterschied wir in Heikos Einstellung allein aufgrund der Struktur seiner Aussagen wahrnehmen. Das als kleiner Ausflug zu einem spezifischen Metaprogramm, über das Du nächste Woche ausführlich im Blog lesen wirst.

Was sind die besten Metaprogramme?

Es gibt keine guten oder schlechten Metaprogramme. Sie machen uns einzigartig und jedes Programm bringt in seiner Ausprägung gute und weniger gute Seiten für bestimmte (berufliche) Situationen mit sich.

Metaprogramme gibt es jeweils paarweise. Es existieren zwei gegensätzliche Ausprägungen, zwei Pole. Vielleicht magst Du Dir die Metaprogramme wie den Regler auf einem Tonmischpult vorstellen. Es gibt also nicht nur zwei gegensätzliche Pole, sondern auch immer Zwischenstufen. Jeder Punkt kann unterschiedlich auf dem Regler eingestellt sein. In meinen Artikeln liest Du grundsätzlich über die äußersten Positionen in ihren Gegensätzen, damit es noch leichter nachprüfbar ist.

Es gibt nicht das einzig richtige Profil für eine „Erfolgspersönlichkeit“. Jeder Mensch hat sein ganz individuelles Metaprogramm-Profil. Erfolgreiche Menschen haben gemeinsam, dass sie ihre Stärken sehr gut kennen und nutzen. Sie schlüpfen nicht in Rollen, die nicht ihrem Wesen entsprechen und übernehmen Aufgaben, die ihnen liegen.

Was bringt mir die Kenntnis der Metaprogramme?

Das Wissen und die Kenntnis der Metaprogramme ermöglicht es Dir, immer leichter und sicherer zunächst Deine eigenen Verhaltensweisen zu verstehen und es wird Dir umso leichter fallen, auch die Verhaltensmuster der anderen zu erkennen und Deine Kommunikation zu verbessern. Je mehr Du Dich mit den Metaprogrammen beschäftigst, umso schneller steigt die Bewusstheit für Deine eigenen Programme und Du wirst an anderen ihre typischen Verhaltensmuster beobachten. Falls Du schnell noch mehr über Deine Metaprogramme wissen möchtest, dann hast Du die Möglichkeit, eines meiner Angebote für Dich zu nutzen.

Das Kennen der eigenen Metaprogramme hilft, interne Prozesse besser zu verstehen und die eigene Handlungsflexibilität zu steigern.

Die Metaprogrammfragen sind keine Prüfung. Das Profil unterstützt Dich, Stärken und Potenziale schneller zu erkennen, Arbeitsstile und Dynamik im Team besser zu verstehen und ein Erfolg förderndes Umfeld zu schaffen.

Wo kannst Du Metaprogramme in der Personalarbeit integrieren?

  • Stellenprofile: die relevanten Muster der vakanten Position bestimmen
  • Personalmarketing: gezielt die relevanten Muster der Zielgruppe ansprechen
  • Auswahlverfahren: prüfen, ob die Muster des Bewerbers dem erstellten Profil entsprechen
  • Personalentwicklung: Mitarbeiter werden sinnvoll eingesetzt und gezielt weiter entwickelt

In den nächsten Wochen wirst Du hier nach und nach Informationen über die verschiedenen Metaprogramme erhalten. Ich beantworte Deine Fragen, wie die polaren Ausprägungen sind, welche typischen Verhaltensweisen daraus resultieren und wie Du schon im Vorstellungsgespräch Hinweise auf die Metaprogramme erhältst.

Möchtest Du Dir schon einen allerersten, schnellen Überblick zu den Metaprogrammen verschaffen? Dann könnte das Buch von Thomas Oberbichler eine passende Startlektüre sein.

Zusammenfassung: Metaprogramme führen zum stärkenorientierten Mitarbeitereinsatz

Metaprogramme sind unbewusste Filter. Kennen wir diese Muster, können wir Mitarbeiter stärkenorientiert einsetzen und erreichen schneller ein definiertes Ziel.

Es gibt keine guten oder schlechten Metaprogramme. Erfolgreich ist, wer seine Stärken kennt und sie nutzt.

In der Personalarbeit gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Metaprogramme zu integrieren. Wo arbeitest Du schon mit Metaprogrammen? Und falls das Thema für Dich neu ist, in welchem Bereich liegt der größte Gewinn für Dich? Ich freue mich auf Deine Anregungen und Hinweise.

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3 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hallo Frau Glüsenkamp,

    mit Spannung habe ich Ihren Beitrag zum Thema MetaProgramme verfolgt sowie auch das Experteninterview im Podcast Leben Führen. Leider viel es mir schwer grade den Podcast bis zum Ende durchzuhalten, weil meine Finger begannen zu kribbeln. Sie kribbelten, weil meiner Meinung die Meta-Programme aber auch andere Persönlichkeitsanalysen auf fatalen Grundannahmen beruhen. Aus diesem Grund habe ich einen Beitrag zum Thema verfasst.

    „Entschuldigen Sie bitte, Sie haben da Reiss im Profil“
    http://www.kickinthepants.de/2015/05/entschuldigen-sie-bitte-sie-haben-da-reiss-im-profil/

    Über einen Kommentar und Ihre Meinung würde ich mich sehr freuen!

    Mit freundlichen Grüßen
    Stefan Müller

    1. Hallo Herr Müller,

      vielen Dank für Ihren Kommentar mit dem Hinweis, dass Sie Persönlichkeitsanalysen eher kritisch betrachten. Das ist gut so, mir geht es genauso und Metaprogramme sind ein Modell, das sich mit Wahrnehmungsfiltern beschäftigt und keine Persönlichkeitsanalyse liefert.

      Sie schreiben von fatalen Grundannahmen. Welche genau meinen Sie denn und worin sehen Sie die Fatalität?

      Danke für den Link zu Ihrem aktuellen Blogartikel, in dem Sie verschiedene Aspekte von „Persönlichkeitsanalysen“ zu Recht kritisieren – und sich dann gegen die sinnvolle Nutzung von den verschiedenen Modellen aussprechen.

      Jede Art von Einschätzung ist fehl am Platz, wenn dadurch ein Mensch in eine Schublade gesteckt wird. Blöd nur, dass es dazu nicht einmal Persönlichkeitsanalysen braucht, sondern jeder einzelne nimmt die Welt auf seine Art und Weise wahr und beurteilt – et voilà: da ist die Schublade.

      Was ist nun Ihr Rat an die Personaler von heute und morgen? Gibt den einen einzig richtigen Weg, um einfach die richtigen Mitarbeiter zu finden? Welcher ist es?

      Ich freue mich auf Ihre Anregungen!

      Beste Grüße,
      Silke

      Ergänzung: Stefan Müller bezieht sich in dem Kommentar auf ein Interview, das hier zu finden ist: http://leben-fuehren.de/experteninterview-mit-silke-gluesenkamp/

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