Aus der Praxis: Mitarbeitergewinnung bei Google

Einfach die richtigen Mitarbeiter finden - so macht es Google

Einer der beliebtesten Arbeitgeber der Welt ist Google. Kaum ein Studienabsolvent, der nicht von einer Karriere bei dem Internetriesen träumt.

Eine aktuelle Studie zeigt, dass vor allem die Unternehmenskultur die Attraktivität des Arbeitsgebers beeinflusst. Über 80% der Studienabsolventen ist es wichtig, dass ihr künftiger Arbeitgeber zu ihnen passt. Die Generation Y wünscht sich ein kreatives und dynamisches Arbeitsumfeld. Die bedeutendsten langfristigen Karriereziele sind eine ausgewogene Work-Life-Balance und Jobsicherheit.

Google trifft dabei wohl den Nerv der Generation Y.

Welche Arbeitsbedingungen machen Google so attraktiv?

Google möchte eine freundliche und lockere Arbeitsatmosphäre schaffen. Dabei stehen Innovationen und Kreativität im Mittelpunkt. Das spiegelt sich auch in der Gestaltung der Räumlichkeiten, die oft an einen großen Abenteuerspielplatz erinnern. Arbeiten in Dschungelzimmern, Höhlen, Skigondeln oder Entspannung am Firmenpool sind für die Google-Mitarbeiter an der Tagesordnung.

Wer sich verspannt fühlt, lässt sich von Massagesesseln oder Masseuren bearbeiten. In allen Google-Niederlassungen gibt es gute Cafés und Kantinen, in denen sich die Googler kostenlos bedienen dürfen.

Wie findet Google die richtigen Mitarbeiter?

Über einen zu geringen Bewerbungseingang kann Google sich nicht beklagen. Über zwei Millionen Bewerbungen gehen jährlich bei Google ein; davon werden zwischen 4.000 – 6.000 Bewerber eingestellt.

„Aber es sind trotzdem nicht genug Bewerber“, sagt Pia Baumeister, Recruitment Specialist bei Google Deutschland in Hamburg. „Es ist noch zu wenig bekannt, dass man bei Google nicht nur programmieren kann.“ Zurzeit sind bei Google Deutschland rund 60 Stellen offen; bei der Mehrzahl von ihnen geht es nicht ums Programmieren.

Das mehrstufige Auswahlverfahren wurde in den letzten Jahren optimiert. Wurden in der Vergangenheit auch schon mal über zwanzig Gespräche mit einem Bewerber geführt, sind es nun zwischen vier bis zehn verschiedenen Gesprächssituationen, die ein Bewerber erlebt.

Aktiv die richtigen Kandidaten ansprechen

Trotz der gigantischen Bewerberzahl setzt Google auf aktive Wege der Mitarbeiterfinde. Personalchef Laszlo Bock erklärt in einem Interview, dass Google sich vor allem Mitarbeiter wünsche, die zufrieden in ihrem Job seien und aktuell nicht auf der Suche nach beruflichen Veränderungen. „Sie sind glücklich mit dem was sie tun. Solche Mitarbeiter brauchen wir.“ Verständlich, berücksichtigt man die kurze Verweildauer der Mitarbeiter im Unternehmen: Einer US-Umfrage zufolge beträgt die Beschäftigungsdauer bei Google im Mittel nur 1,1 Jahre.

Mitarbeiter empfehlen Mitarbeiter

Empfehlungsprogramme haben sich in der Praxis schon vielerorten bewährt. Auch Google setzt auf Empfehlungen für neue Kollegen durch die Mitarbeiter.  2.000 Euro Bonus erhält ein Mitarbeiter in Deutschland bei einer erfolgreichen Empfehlung.

Laszlo Bock: „Ein Googler kann einschätzen, ob jemand in unsere Unternehmenskultur passt. Empfehlungen bergen aber auch ein Risiko – wer sich zu sehr darauf verlässt, stellt nur noch Leute ein, die genauso sind wie jene, die schon da sind. So entsteht eine Monokultur.“

Nicht die Besten der Besten sind gefragt, sondern Fehlermacher

In den Anfangsjahren des Weltkonzerns wurden zunächst nur die Besten der Besten eingestellt, bevorzugt Absolventen von Elite-Universitäten. „Diese Einstellungsstrategie war allerdings die falsche“, so Laszlo Bock in einem Interview.

Ungewöhnliche Talente lassen sich auch an anderen Orten finden. Nun setzt Google mehr auf die Problemlösungskompetenz von Bewerbern, die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen und Fähigkeit zur konstruktiven Arbeit im Team.

Persönlichkeit rückt in den Vordergrund

„Wie viele Golfbälle passen in einen Schulbus?“ oder „Warum sind Gullideckel rund?“ und ähnliche Fragen mussten Bewerber bei Google beantworten. Diese Vorgehensweise wird abgeschafft. In Zukunft „komme es auf die Persönlichkeit an“.

Dabei geht es vor allem um vier Kriterien: Führungskompetenz, Fachwissen, die Perspektive, mit der ein Kandidat eine Fragestellung betrachtet und das, was der Konzern als „Googleyness“ bezeichnet – passt der Bewerber zum Unternehmen?

Neun Regeln für die Mitarbeiterfinde

CEO Eric Schmidt hat neun Regeln für das Recruiting bei Google benannt:

  1. Stell Menschen ein, die intelligenter sind und mehr Wissen haben als Du selbst.
    Stell keine Menschen ein, von denen Du nicht lernen kannst oder die Dich nicht fordern.
  2. Stell Menschen ein, die einen Mehrwert für die Produkte und Firmenkultur bedeuten.
    Stell keine Menschen ein, die nicht zu beidem positiv beitragen.
  3. Stell Menschen ein, die Dinge erledigen.
    Stell keine Menschen ein, die nur Probleme sehen.
  4. Stell Menschen ein, die enthusiastisch, motiviert und leidenschaftlich sind.
    Stell keine Menschen ein, die nur einen Job wollen.
  5. Stell Menschen ein, die andere inspirieren und gut mit anderen zusammen arbeiten.
    Stell keine Menschen ein, die lieber alleine arbeiten.
  6. Stell Menschen ein, die mit dem Team und dem Unternehmen wachsen.
    Stell keinen Menschen mit wenig Fähigkeiten und Interessen ein.
  7. Stell Menschen mit einzigartigen Interessen und Talenten ein.
    Stell keine Menschen ein, die nur leben, um zu arbeiten.
  8. Stell Menschen ein, die moralisch einwandfrei sind und offen kommunizieren.
    Stell keine Menschen ein, die politisch und manipulativ sind.
  9. Stell nur ein, wenn Du einen großartigen Kandidaten gefunden hast.
    Gib Dich nicht mit weniger zufrieden.

Licht und Schatten

Wo das Google-Licht so hell erstrahlt, gibt es natürlich auch Schatten. Gut zu wissen, dass auch bei den Großen nicht alles optimal läuft.

In welchem Punkt kannst Du von Google lernen? Was nimmst Du als Anregung für Dein Unternehmen mit?

 

Hat Dir der Artikel gefallen? Dann teile ihn gerne.

Hat Dir der Beitrag gefallen?

Du möchtest keinen Tipp mehr verpassen und noch mehr darüber erfahren, wie Du einfach die richtigen Mitarbeiter findest? Erhalte 1 x pro Woche kostenlos Informationen und Tipps für Deinen Personaleralltag.

Deine Daten sind bei mir sicher. Ich gebe sie nicht an Dritte weiter und schicke auch keine ungewollte Werbung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte ergänze, damit Du Deinen Kommentar absenden kannst: *