Warum machst Du das?

Berufung Personaler

3 Jahre plusculum, seit 3 Jahren bin ich Unternehmerin. Das ist ein Grund zum Feiern, passend zu meinem Jahresmotto 2016 „Ziele mit Leichtigkeit und Spaß erreichen und Champagnermomente genießen“ – und genau der richtige Zeitpunkt für einen kurzen Blick zurück.

Am 07. Januar 2013 habe ich mein Gewerbe angemeldet. Ich erinnere mich kaum an den Tag der Gründung. Damals war ich definitiv nicht in Feierlaune. Es war ein grauer Tag, die Gründung war mit vielen Behördengängen und Bürokratie verbunden.

Meine Stimmung war sehr gemischt. Ich hatte zuvor eine gute Stelle gekündigt, trotz attraktiven Gehalts und obwohl ich gerade als erste Frau im Unternehmen ins Kader befördert worden war. Alle Signale standen auf Erfolg. Ich habe trotzdem gekündigt. Ohne eine neue Stelle zu haben.

Zuvor hatte ich mich monatelang jeden Morgen aus dem Bett und zur Arbeit gequält. Nach außen machte meine Entwicklung zwar einen guten Eindruck, aber in mir wehrte sich alles gegen die Arbeit. Wenn ich abends nach Hause kam, mochte mein Partner mir kaum noch zuhören, weil es immer die gleiche Jammerei über eine Arbeit war, die ich zwar sehr gut konnte, die mir aber wenig Spaß machte.

„Du schaffst alles, Du musst es nur genug wollen“ ging mir ständig durch den Kopf. Ich entwickelte einen falschen Ehrgeiz. Mit dem Gedanken, dass ich alles im Leben schaffen kann, wenn ich nur streng genug mit mir bin, machte ich in der Arbeitsstelle weiter. Nur die Harten kommen in den Garten. Und von meinen Marathontrainings wusste ich „quäl Dich“, sonst kommst Du nicht ins Ziel.

Schlaues System: Notaus

Meine innere Stimme habe ich mit „vernünftigen“ Argumenten im Keim erstickt. Müdigkeit und schlechte Laune auf andere Umstände geschoben. Alle Signale so lange ignoriert, bis mein Körper mich durch ein „Notaus“ in einen Zwangsruhezustand versetzte. Plötzlich fand ich mich im Krankenhaus wieder und hatte eine Krankheit manifestiert, die niemand haben wollen würde.

Das Zeichen war dann so deutlich, dass ich es nicht mehr ignorieren konnte. Mir war klar, dass ich einiges ändern würde, um wieder in Balance zu sein. Ich habe meine Anstellung gekündigt. Ohne eine neue Stelle zu haben.

Meine Bewerbungsphase verlief im Grunde recht gut. Ich hatte einige Vorstellungsgespräche in tollen Unternehmen. Trotzdem war ich nie 100% begeistert und witterte überall einen Haken. Kompromisse mit einem faden Beigeschmack wollte ich einfach nicht mehr. Nach einer Weile wurde meine Karriereberaterin ungeduldig mit mir und bedrängte mich, einen Kurs in Lohnbuchhaltung zu machen. Buchhaltung und ich – das ist schlimmer als die zuvor ungeliebte Stelle. Hatte die Beraterin meinen Lebenslauf nicht gelesen? Mir nicht zugehört? Menschen unterstützen, Wissen vermitteln, Entwicklungsarbeit – darin bin ich gut! Was sollte ich da mit Buchhaltung?

Eine glückliche Arbeitswelt

In diesen Tagen wurde mir klar wurde, dass ich zu einer Arbeitswelt beitragen möchte, in der jeder seine Arbeit liebt. Ich möchte dafür sorgen, dass Menschen einen Beruf haben, in dem sie jeden Morgen voller Freude zur Arbeit fahren und abends beschwingt und gut gelaunt nach Hause kommen. Ich möchte Personaler darin zu unterstützen, Wege und Möglichkeiten zu nutzen, um genau die richtigen Mitarbeiter für die verschiedenen Stellen zu finden, so dass jeder sein Optimum lebt. Stell Dir vor, JEDER hat Spaß bei seiner Arbeit. Ja – das ist ein großes Ziel. Und wenn ich nur an einigen Stellen zum Erreichen beitrage, dann hat es sich schon gelohnt.

We must find a purpose or cause to pursue otherwise all we have left are our imperfections to focus on. – Simon Sinek –

Der Gedanke wurde immer klarer: ich berate Unternehmer und Personaler, die Menschen nicht nur als Humankapital verstehen und daherplappern, dass der Mensch im Mittelpunkt steht, sondern es ernst meinen.

Die Selbständigkeit ist für mich die wirksamste Entwicklungsmaßnahme, die ich je erlebt habe. Neben meinen Kernthemen aus dem Human Resource Management sehe ich mich mittlerweile auch als Social Media Expertin, Gestalterin von Webseiten und Marketingprofi. 😉

Noch größer ist die persönliche Entwicklung, denn als Unternehmerin gerate ich immer wieder in Situationen, die ich in der Intensität noch nicht kannte. Meine besten Erkenntnisse teile ich gerne mit Dir:

Kenne Deine Mission

In den letzten drei Jahren habe ich immer wieder tolle Stellenangebote bekommen. Von der Tätigkeit im internationalen Umfeld mit berühmten Professoren und Wirtschaftsgrößen bis hin zur Geschäftsleitung in einem Unternehmen. Ich habe mich geschmeichelt gefühlt und dankend abgelehnt. Ich habe mein Ziel, eine glückliche Arbeitswelt zu gestalten, so klar vor Augen, dass ich mich nicht davon ablenken lasse.

Wie klar hast Du Dein Ziel? Deine Vision? Und die ganz große Frage: warum bist Du auf diesem Planeten? Sei ehrlich zu Dir, lass Statusdenken und das Gerede anderer unbeachtet; was ist Dein Herzenswunsch?

Hab einen Plan und gehe Schritt für Schritt

Wie soll ich das alles schaffen? Diese Frage taucht dann und wann auf. Immer dann, wenn ich mir die Arbeit bildlich zu einem gigantischen Bergmassiv vor mir aufbaue, so dass ich mein Ziel dahinter, meine Vision kaum noch erkenne. Das ist für mich das Zeichen, wieder an meiner Vision zu feilen, denn wenn das Ziel groß genug ist, wird nichts die Sicht darauf versperren.

Große Ziele als Kompass

„Wie isst man einen Elefanten? Stück für Stück!“ Und auch das gehört dazu. Einfach immer einen Schritt nach dem den nächsten zu machen. Mit jedem Schritt kommst Du dem Ziel näher. Und wer sagt schon, dass Du es in ein oder zwei Monaten erreicht haben musst?

Sei sichtbar

Ich habe eine Weile gezögert, mich klar zu positionieren. Ich habe viele Talente und Ideen, bin neugierig und arbeite mich schnell in neue Themen ein. Warum sollte ich mich durch eine klare Positionierung einschränken? Das war ein Irrglaube. Experten sind heute gefragt. Wer sucht zum Beispiel nach einem Arzt für irgendwas? Niemand. Gefragt sind Spezialärzte.

Auch als Personaler darfst Du für Dich klar entscheiden, wo Dein Schwerpunkt ist. Liebst Du Detailarbeit und Zahlen? Dann bist Du womöglich Payroll-Experte. Oder bist Du eine tolle Netzwerkerin und kommst leicht in Kontakt mit anderen? Dann ist Recruiting vielleicht das Richtige für Dich. Du bist sehr diplomatisch und kannst gut in einer Mittlerposition Deine Kontakte zu einem Konsens bringen? Du bist interne Beraterin? Dann fühlst Du Dich womöglich als HR Business Partner wohl.

Sei ehrlich zu Dir selbst und wähle die Aufgaben, die Deinen Talenten und Stärken entsprechen. Setze so ein Zeichen dafür, wie wertvoll es ist, am richtigen Platz zu arbeiten.

Und Du?

Ich sehe mehr und mehr Personaler, die mit dem „alten Verwaltungsjob“ nicht mehr zufrieden sind und einfach mehr bewegen wollen. Ich weiß, dass die HR-Welt eine Vielfalt an Möglichkeiten bietet.

Du möchtest auch für Dich mehr Klarheit, wohin Du Dich entwickeln möchtest? Und zu einer glücklichen Arbeitswelt, zumindest für Dich, beitragen?

Hier sind ein paar Fragen, mit denen Dir Dein Warum klarer wird.

  • Was sind meine drei wahren Werte?
  • Wenn ich keine Angst hätte, was würde ich tun?
  • Was ist die eine Sache, die ich am liebsten an der Welt ändern möchte?
  • Welche eine Sache, habe ich noch nicht getan, die ich wirklich wollte? Was hält mich zurück?
  • Warum bin ich hier?
  • Wofür bin ich besonders dankbar?
  • Zu welchem Zeitpunkt in der jüngsten Vergangenheit hatte ich das Gefühl von Leidenschaft und Lebendigkeit?
  • Wenn ich eine Million Euro gewinne, würde ich meinen Job aufgeben?
  • Was ist der Unterschied zwischen lebendig sein und wirklich zu leben?
  • Was ist mein WARUM?

Große Fragen für große Antworten. Diese Fragen sind eine Auswahl aus 64 Fragen, die Dein Leben verändern von Benedikt Ahlfeld.

Sei mutig, stelle Dich den Fragen. Und hab Spaß! 😉
Silke

 

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2 Kommentare, sei der nächste!

  1. Guten Morgen liebe Silke
    Vielen Dank für diesen intimen Einblick in Deine Motivation. Respekt und Dank dafür!

    Ich behaupte, dass Du geschrieben hast, was die meisten Menschen, wenn nicht denken, dann doch fühlen. „Was soll das hier?“ „Was soll ICH hier?“ Ich bin schon glücklich, wenn jemand den nächsten Schritt geht und fragt „Was WILL ich hier?“

    Ich liebe Deine 10 Fragen. Die dürfen wir uns gern einmal im Monat beantworten. Um die gleiche Klareit zu schaffen, die Du bereits hast.

    Auf die nächsten 30 Jahre!
    OLAF

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